| Studienvorhaben | ||
| Master in History of Art |
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| Der Studiengang History of Art der Wits School of Arts Johannesburg/Südafrika, wird landesweit als der Renommierteste angesehen. Das Dozententeam setzt sich aus aktiven und ausgezeichneten Bildenden Künstlern (z.B.: Penny Siopis, Jo Ractliffe), als auch Intellektuellen des öffentlichen Lebens (z.B. David Bunn, Jane Taylor) zusammen. Die Dozenten engagieren sich in Regierungsangelegenheiten, internationalem Austausch; sie kuratieren Ausstellungen, publizieren Kataloge und sind präsent in Fernsehen und Radio. Die Schwerpunkte des Studiengangs liegen in dem Studium der afrikanischen und südafrikanischen Kunstgeschichte, der zeitgenössischen Kunst und Kunsttheorie. Die Diskurse der kolonialen und postkolonialen Studien gehören ebenso zu den Schwerpunkten, wie interdisziplinäre Landschafts-Studien und Gender- und Repräsentations-Studien. Aber auch die eher herkömmlichen Bereiche wie Porträt- und Denkmalstudien sowie Vertiefungen zu Public Art und Handwerk gehören in das Spektrum der Auseinandersetzung. |
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| Interdisziplinarität ist ein entscheidender Faktor bei der Konzeption dieses Studienganges. Eher unüblich ist wohl die Einbindung der Studenten in die praktische Arbeit von Kultur und den damit einhergehenden Kooperationen mit ländlichen Projekten, der Zusammenarbeit mit NGOs und weiterbildenden Programmen außerhalb des Hochschulrahmens. |
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| Ich verspreche mir von diesem Studium die Erweiterung meines Horizontes in vielerlei Hinsicht. Zum einen erachte ich es für wichtig den europäischen Raum zumindest für einen bestimmten Zeitraum zu verlassen, um eine erweiterte Wahrnehmung des globalen Transfers von Informationen, Waren, ideologischen und wirtschaftlichen Strukturen zu erhalten. Zum anderen bin ich der Ansicht, das gerade die Verknüpfungen zwischen wirtschaftlichen und kulturellen bzw. künstlerischen Produktionsstätten und Strukturen in Südafrika ein ungemein kreatives Potenzial birgt, das für die europäische, speziell für die deutsche, Kulturindustrie eine starke Bereicherung wäre. Ich bin der Meinung das in dieser Zusammenarbeit eine große Stärke gründet und darin eine fruchtbare Gemeinschaft der Zukunft der wirtschaftlichen und kulturellen Stränge liegen kann. |
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Gerade die afrikanischen Staaten sind in vielerlei Hinsicht Schwellenländer, von denen Europa und Deutschland lernen können. Durch das Tempo des technischen Fortschrittes entstehen in diesen Ländern, aber auch in den asiatischen Ländern, allen voran China, immense Fortschritts-Schübe und das Überspringen einzelner Etappen, die somit die Linearität des uns bekannten Fortschritt-Gedankens hinterfragen. Einen anderen äußerst interessanten Aspekt sehe ich in dem vielschichtigen Gefälle zwischen den urbanen Räumen, den so genannten Megacities, und den ländlichen Gebieten. Während es mittlerweile schwer fällt in den europäischen oder westlichen Räumen solche peripheren ländlichen Gebiete noch klar von den urbanen zu unterscheiden, klafft in den afrikanischen Ländern eine zum Teil fast unüberbrückbare Kluft zwischen diesen Zentren und Peripherien auf. Die Anziehung der Megacities und ihrer rapid wachsenden Urbanität scheint ungebrochen. Doch wie und wo zeigt sich diese Diskrepanz zwischen Land und Stadt? Ergeben diese Spannungen neue Lösungsansätze informeller Art, die sich außerhalb unserer Denkmuster und Ordnungssysteme als brauchbar erweisen könnten?
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| Ich beabsichtige diese und noch weitere Diskussionsansätze der postkolonialen Theorie und den aktuellen Diskursen der Globalisierungstheoretiker während meines Studienaufenthaltes in Johannesburg zu vertiefen, und klar an die praktische Arbeit zu verknüpfen. Ich möchte gerne kuratorisch arbeiten und dabei die bereits angeschnittenen Ansätze anhand von zeitgenössischer südafrikanischer Kunst und den örtlichen Public-Art-Initiativen diskutieren. Ich habe bereits Kontakt aufgenommen zu verschiedenen Institutionen und Künstlergruppierungen die für ein Praktikum in Frage kommen, darunter: The Johannesburg Art Gallery (JAG), The Bag Factory, The Trinity Session. |
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| Die Johannesburg Art Gallery befindet sich im alten Zentrum von Johannesburg, direkt am Joubert Park, und ist so den verschiedenen Umbrüchen der Innenstadt unmittelbar ausgesetzt. Der umliegende Bezirk Hillbrow bildet das Herz des alten Johannesburg und ist ebenfalls Austragungsort und Wurzel der unzähligen Klischees und Wahrheiten über die hohe Kriminalität und Gewalt. Das Ziel der Revitalisierung und Entkriminalisierung des Innenstadt-Bereiches betrifft die JAG direkt, und sie ist somit interessiert an Wegen und Lösungen zur Bekämpfung der anhaltenden Kriminalität. Diese Interessen sind sowohl kulturell-sozial als auch stark wirtschaftlich, da die ursprüngliche Zielgruppe sich schlichtweg kaum traut diesen Teil der Stadt zu betreten. Eine Herausforderung, neben den eher interneren die ein Praktikum stellt, wäre es die bereits vorhandenen Initiativen zur Revitalisierung und Entkriminalisierung, aber auch zur Erschließung neuer, eher ortsansässiger Zielgruppen, zu entwickeln und zu unterstützen. Es besteht bereits Kontakt zu Brenton Maart, dem künstlerischen Leiter, und Veliswa Gwintsa, Kuratorin an der JAG. |
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| Die Bag Factory ist ein Zusammenschluss renommierter zeitgenössischer Künstler Südafrikas, die eine ehemalige Taschenfabrik in insgesamt 13 Ateliers umgebaut haben. Die Künstler der Bag Factory sind in weltweiten Sammlungen und Ausstellungen vertreten und mehrere von ihnen, wie David Koloane, Andrew Tshabangu und Kay Hassan waren zum Beispiel kürzlich auf der Bochumer Ausstellung New Identities - Zeitgenössische Kunst aus Südafrika zu sehen. Die Bag Factory stellt darüber hinaus drei Ateliers für ein internationalen Artist in Residance- Programm für Künstler zur Verfügung. Die Bag Factory betritt afrikanisches Neuland als eine der ersten Institutionen der Selbstorganisation und des Zusammenschlusses von südafrikanischen Künstlern. Da in dem subsaharischen Afrika der Beruf des Künstlers immer noch nicht besonders hoch anerkannt ist und sich dementsprechend Probleme in der Selbstständigkeit und Finanzierbarkeit ergeben, empfinde ich diese Initiative als äußerst spannend und exemplarisch. Lange Zeit waren die Erfolgsaussichten eines afrikanischen Künstlers ausschließlich im Ausland und dabei zumeist im europäischen oder westlichen Raum möglich. Die Urbarmachung und Sensibilisierung der südafrikanischen Gesellschaft für die Belange der Künstlergemeinschaft und gleichzeitig die Finanzierbarkeit zu ermöglichen geben interessante Aufschlüsse in das bereits angeschnittene Feld der kulturell-wirtschaftlichen Zusammenarbeit und deren in beide Richtungen wirkenden Gewinne. Der Kontakt ist bereits hergestellt zu David Koloane, Leiter der Bag Factory, und James French, Administrator. |
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